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26
Aug 
2010

Marketing- & Onlinespezialisten fordern auf der Emex mehr Kundenorientierung

Auf der diesjährigen Suisse Emex sind sich die geladenen Referenten aus den Disziplinen Marketing, Online-Marketing und Unternehmerberatung darüber einig, dass erfolgreiches Verkaufen nur möglich ist, wenn das Angebot beim Kunden auch ankommt. So sollen sich Entscheider und Werbetreibende nicht nur von „ZDF – Zahlen, Daten und Fakten“ leiten lassen, sondern sich auch über die Sinneswahrnehmung und Emotionen der Kunden informieren und auf diese eingehen“, so Prof. Bernecker vom Deutschen Institut für Marketing. Durch das verbreitete Marketing anhand von Statistiken würde häufig an der Realität der Kunden vorbeigeplant.

Schweinebauch versus Markenästhetik

Prof. Belz von der Universität St. Gallen plädierte für „Mehr Handlung, weniger Identifikation“. So sei die teilweise aufwändige Kreation von Markenwelten weniger effektiv, als klare Botschaften an den Kunden zu richten, die auf dessen Bedürfnisse eingingen. So stellte er die Werbung eines Elektrogerätemarkts – klassisch als sogenannte „Schweinebauchanzeige“ aufgebaut – einer ästhetisch inszenierten Anzeige von Philips gegenüber und stellte die provokative Frage: „Welche der beiden Anzeigen fordert den Kunden unmittelbar zu einer Kaufhandlung auf? Ist Ästhetik für Handlung ausschlaggebend?“ Das war nicht als Plädoyer gegen ästhetische Werbung zu verstehen, sondern als Forderung, den Sinn teurer, klassischer Marketingkampagnen zu hinterfragen.

Der Kunde entscheidet, was funktioniert – nicht der Entscheider

Auch für Tom Hanan, als ehemaliger Google-Mitarbeiter und Web Republic-Gründer Spezialist für Google Adwords, steht fest: Letztendlich entscheidet der Kunde, bzw. der Nutzer was funktioniert und bei ihm ankommt. Dabei sei die Konversionsrate bei Adwords-Anzeigen oft nur von feinen Unterschieden bei der Formulierung der Anzeigentexte abhängig. Was nach Meinung des Entscheiders schlüssig klingt, trifft oft nicht die Erwartung des Kunden – der klickt dann ein anderes Angebot an.

Kundenorientierte Logik geht vor teuren Marketingkonstruktionen

Es bleibt ein wenig Verwunderung zurück, weshalb die kundenorientierte Denkweise von einigen Sprechern wie eine neue Errungenschaft oder Erkenntnis vermittelt wurde. Die Kundenorientierung und die Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse gehören bei jeder Konzeption dazu! Usability, Accessability und User-Experience – also auf die Anforderungen und Bedürfnisse des Nutzers / Kunden einzugehen – tragen einen wichtigen Teil zu erfolgreicher Konversion bei.

Unser Fazit nach diesem Tag voller Eindrücke: Gute Beratung & logische Strategie sind der Schlüssel zu erfolgreicher Vermarktung – das scheint aber bei vielen Beratern und Entscheidern noch längst nicht selbstverständlich verankert zu sein.

  • Prof. Bernecker vom Deutschen Institut für Marketing bei seinem Vortrag